Do., 12.02.2026
Männer mit großen Ohren. Forschungen zum frühkeltischen »Fürstensitz« auf dem GlaubergSpätestens seit den Ausgrabungen der 1990er Jahren gilt die befestigte Höhensiedlung auf dem Glauberg am Südostrand der Wetterau als einer der bekanntesten »Keltischen Fürstensitze der Älteren Eisenzeit. Drei reiche Gräber mit Bronzekannen, verzierten Schwertern, Goldschmuck, aufwändigen Gürteln, exzeptionellen Fibeln und nicht zuletzt eine nahezu vollständig erhaltene sowie die Reste von mindestens drei weiteren zerschlagenen Sandsteinstatuen belegen den Wohlstand der Bewohner der Höhenbefestigung. Koralle als Schmuckelement und der Farbstoff aus der Kermes-Schildlaus sind ein deutlicher Hinweis auf die engen Kontakte in den Mittelmeerraum. Als Zeichen von Macht und Einfluss darf sicher auch die um etwa 400 v. Chr. begonnene massive Umgestaltung der umgebenden Landschaft durch eine gewaltige, aber nie fertig gestellte Graben-/Wallanlage gedeutet werden. Der Vortrag gibt einen Überblick über den aktuellen Stand der Erforschung sowie über die aktuellen Forschungsfragen zu den Grundlagen des Reichtums des Glaubergs am Übergang vom 5. zum 4. Jh. v. Chr.«