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ein museum mit bürgerlichen wurzeln

»die zeit, in der wir leben, fordert, dass die der menschheit gewonnenen schätze an kenntnissen nicht allein in den engen kreisen des gehirns einzelner beherbergt werden, sie müssen gemeingut des ganzen volkes werden und durch alle schichten dringen.« georg philip holscher, 1850 im neuen hannoverischen magazin, aufruf zur gründung eines naturhistorischen museums

 

Das Landesmuseum Hannover entstand als »Hannoversches Museum für Kunst und Wissenschaft« aus bürgerlichen Wurzeln: Die »Naturhistorische Gesellschaft Hannover«, der »Historische Verein für Niedersachsen« und der »Verein für die Öffentliche Kunstsammlung« hatten 1852 beschlossen, ihre Sammlungen zusammenzuführen. 1856 konnte sich dann das neue Museum in der Sophienstraße 2, dem heutigen Künstlerhaus, präsentieren, bis es 1902 als Provinzialmuseum seinen neuen Standort am Maschpark erhielt.

 

 

Seit Anbeginn ein Mehrspartenhaus, ermöglichte der Neubau eine Gliederung in drei Abteilungen: zum einen der historischen mit Sammlungen der Archäologie, aus der Geschichte Hannovers, einer Münzsammlung und völkerkundlichen Exponaten, dazu dem naturhistorischen Teil und schließlich der Kunstabteilung. Mit seinem Namen war das »Museum für Kunst und Wissenschaft« schon zu seiner Gründungszeit den älteren königlichen Kunst- und Wunderkammern weit voraus, heute mutet dieser geradezu zukunftsweisend an. Schon für Wilhelm Leibniz, den großen Aufklärer des Jahrhunderts, waren Museen »Theater der Natur und Kunst«, Räume, in denen sich Kunst und Wissenschaft begegnen.

 

Das neue Konzept, das seit 2013 sukzessive umgesetzt wird, orientiert sich an der Geschichte des Museums mit drei Abteilungen und an der Architektur des Hauses als Abbild der Welt. So findet man jetzt im Erdgeschoss die »NaturWelten« als Verbindung der bisher getrennten Bereiche Vivarium und Naturkunde. Im ersten Stock erlebt man in den »MenschenWelten« die einzigartige Kombination der Fachbereiche Archäologie und Ethnologie, der Alten und der Neuen Welt. Und über allem schweben schließlich die »KunstWelten« mit Gemälden und Skulpturen vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert.

»im landesmuseum hannover findet man scheinbar unvereinbares und wird auf vielfältige weise zum entdecken und nachdenken eingeladen.«

prof. dr. katja lembke
direktorin des landesmuseums hannover

 

blick hinter die kulissen

Blick hinter die Kulissen

immer bestens informiert

kassen- und aufsichtsdienst mehr
Blick hinter die Kulissen

immer bestens informiert

kassen- und aufsichtsdienst

Wir fragen Kathrin Heide, Mitarbeiterin im Kassen- und Aufsichtsdienst, seit 2016 im Landesmuseum Hannover tätig.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag im WeltenMuseum aus?
Meine Kollegen und ich sind die erste Anlaufstelle unseres Museums und sorgen dafür, dass sich unsere Besucher wohlfühlen und mit allen wichtigen Informationen, wie z. B. Eintrittspreise, Öffnungszeiten und Führungen rund um die Dauerausstellungen und Sonderausstellungen informiert werden. Des Weiteren nehme ich Anregungen und Kritik entgegen und leite sie weiter.

Was ist das Außergewöhnlichste, was Sie am Empfang erlebt haben?
Jeder Tag ist aufs Neue außergewöhnlich, weil ich viele verschiedene Menschen kennenlerne. Aber ich hatte in diesem Jahr mein ganz persönliches
Highlight zur Nacht der Museen, als Altkanzler Gerhard Schröder vor mir stand und ein Ticket kaufte.

Haben Sie ein Lieblingsexponat?
Mein Lieblingsort sind die WasserWelten, um ehrlich zu sein das Pazifikbecken. Ich liebe die bunte Welt der Fische, die mir ein Stück Urlaub in das manchmal trübe Hannover senden.

Blick hinter die Kulissen

dem kunstwerk ganz nah

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Blick hinter die Kulissen

dem kunstwerk ganz nah

dipl.-restauratorin

Wir fragen Iris Herpers, als Dipl.-Restauratorin sein 2007 im Landesmuseum tätig.

Was ist Ihre Aufgabe im Landesmuseum Hannover?
Ich betreue die wertvollen Kunstwerke der Gemälde- und Skulpturensammlung konservatorisch. Das beinhaltet vor allem das Bewahren der Objekte und ihres Zustands. Dafür bedarf es eines optimalen Klimas in den Ausstellungsräumen, aber auch das regelmäßige Säubern der einzelnen Werke ist wichtig, z. B. auch für Sonderausstellungen. Ich bilde aber auch Restaurierungsstudenten aus und in besonderen Führungen gebe ich Einblick in die Werkstatt und in meine Arbeit. Das vorsichtige Wandeln der großen Altarretabel in den KunstWelten gehört auch zu meinen Tätigkeiten und ist für die Besucherinnen und Besucher immer ein tolles Erlebnis.

Was sind die größten und spannendsten Herausforderungen beim Restaurieren eines Kunstwerks?
Besonderes Geschick und Konzentration erfordert das Freilegen von tiefer gelegenen Malschichten auf einem Kunstwerk, also das Abnehmen von späteren Übermalungen ohne dabei das Original zu beschädigen. Dabei geht es darum, den Ursprungszustand des Objektes so gut wie möglich wieder herzustellen und zum Beispiel originale Farbschichten wieder sichtbar zu machen.

Haben Sie ein Lieblingsobjekt?
Eigentlich nicht, es gibt so viele besondere und tolle Kunstwerke in der Sammlung. Spannend finde ich aber vor allem die unterschiedlich und vielseitig gestalteten Objekte, bei denen ganz verschiedene Materialien in einem Werk verarbeitet worden sind.

Greift man als Restauratorin auch gern privat zum Pinsel?
Gerne male ich in meiner Freizeit, mit Aquarell-,Acryl- und Ölfarbe. Leider nimmt man sich für dieses entspannende Hobby viel zu wenig Zeit.

Blick hinter die Kulissen

guter ton und gutes licht

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Blick hinter die Kulissen

guter ton und gutes licht

veranstaltungstechniker

Wir fragen Kai Hoffmann
Seit 2016 als Veranstaltungstechniker im Landesmuseum tätig

Was macht ein Veranstaltungstechniker im Museum?
Die Aufgaben sind sehr breit gefächert. Das beginnt beim morgendlichen Rundgang, ob in den Dauerausstellungen alle Medienstationen funktionieren und geht bis zur Betreuung von klassischen Vorträgen oder zu Live-Hörspiellesungen – manchmal auch über Vampire! Das Schöne daran ist, dass kein Tag wie der andere ist.

Sie sind nicht nur der Veranstaltungstechniker, sondern können auch diverse Musikinstrumente selber spielen?
Das mit den verschiedenen Musikinstrumenten ist kein Gerücht, allerdings würde ich mich nicht als Berufsmusiker bezeichnen. Ich habe zwar mit einem Musikstudium geliebäugelt, aber schnell eingesehen, dass ich dafür nicht gut genug bin. Dennoch mache ich relativ viel Musik, spiele Keyboards in einer Band, habe eine Sammelleidenschaft für Heimorgeln, betreibe ein experimentelles Improvisationsprojekt und interessiere mich für die Theorien hinter der Ausübung von Musik und Bildender Kunst.

Haben Sie ein Lieblingsinstrument?
Mein Lieblingsinstrument außerhalb des Museums ist mein alter Formant-Modularsynthesizer aus den 1970ern. Das ist eine sperrige und mehr als oft zickige alte Diva, aber wenn sie mal funktioniert, dann ist sie im Klang unschlagbar. Das Schöne ist, dass mit diesem Synthesizer und dem großen Gamelan-Ensemble (meinem Liebling im Museum) die beiden Elemente von Eberhard Schoener`s Schallplatte »Bali Agung« zusammenkommen, die mich schon als Jugendlicher faszinierten.

Blick hinter die Kulissen

organisationstalent und gute nerven

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Blick hinter die Kulissen

organisationstalent und gute nerven

registrar

Wir fragen Sabine Eisenbeiss, seit 2012 als Registrat im Haus tätig.

Was ist Ihre Aufgabe im Landesmuseum Hannover?
Für Ausstellungen und zu Forschungszwecken verleihen und entleihen sich Museen untereinander Objekte aus Ihren Sammlungen. Meine Aufgabe ist die Organisation und
Abwicklung des gesamten Leihverkehrs für die hereinkommenden und herausgehenden Objekte, dabei beschäftige ich mich mit Verträgen, Versicherungen und Transporten.

Was sind die besonderen Herausforderungen als Registrar?
Der Registrar ist die Schnittstelle zwischen vielen verschiedenen am Leihvorgang beteiligten Akteuren. Für eine erfolgreiche Abwicklung, insbesondere bei größeren Ausstellungsprojekten mit vielen Objekten, sind daher erhöhte Anforderungen an die Kommunikationsfähigkeit gestellt. Außerdem braucht man Organisationstalent und gute Nerven. Für den Kontakt mit internationalen Leihgebern sollte man ein Gespür für die dortigen Gepflogenheiten haben. Gerade diese Kontakte sind es aber, die die Arbeit für mich so interessant machen.

Was war das bislang spannendste Exponat das Sie betreut haben?
In meiner Funktion sind die Leihgeber wichtiger als die Exponate. Exponate werden für mich interessant, wenn sie aufgrund ihrer Fragilität oder Dimensionen besondere Anforderungen an den Transport stellen. Dabei ist das jeweils aktuelle das spannendste, zuletzt das großformatige Gemälde Georg IV. von Thomas Lawrence aus den Vatikanischen Museen in Rom, das in der Ausstellung »Schatzhüterin« präsentiert wurde und uns aufgrund seiner Größe vor einige Probleme in Bezug auf den Transport in unserem Gebäude stellte.

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2 millionen exponate

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Blick hinter die Kulissen

2 millionen exponate

kurator der archäologie

Wir fragen Florian Klimscha, Kuratpr der Archäologie, seit 2017 im Landesmuseum Hannover tätig.

Was ist Ihre Aufgabe im Landesmuseum Hannover?
Als Kurator bin ich für die archäologische Sammlung, deren Erforschung und das Durchführen von Ausgrabungen zuständig. Um etwas konkreter zu werden: Unser Museum verwahrt eine der größten archäologischen Sammlungen (ca. 2 Millionen Exponate) des nördlichen Europas, wovon nur ein sehr kleiner Teil ausgestellt werden kann. Diese Funde bilden für mehr als 99% der Menschheitsgeschichte unsere einzige Informationsquelle, und auch für die restliche Zeit sind archäologische Funde ein wichtiger
Forschungsgegenstand. Solche Arbeiten sind heute oftmals Kooperationen mit Universitäten und machen dabei Gebrauch von der ganzen Bandbreite moderner naturwissenschaftlicher Verfahren. Die Ergebnisse werden diskutiert und sind oftmals Anlass für neue Ausgrabungen. Schließlich münden all diese Bemühungen in Themenbereichen unserer Dauerausstellung sowie natürlich auch in Sonderausstellungen.

Haben Sie ein Lieblingsobjekt in der Dauerausstellung?
Schwierig, mein Herz hängt an so vielen Objekten. Durch die niedersächsischen Moore gibt es hier phantastisch erhaltene Holzstücke, wie zum Beispiel einen der ältesten Pflüge
überhaupt. Aber mein Lieblingsobjekt ist die Kupferaxt aus Müsleringen. Diese Axt ist ein Importstück und stammt höchstwahrscheinlich aus dem Schwarzmeerraum. Sie gelangte im 4. Jahrtausend v. Chr. in unsere Region, also zu einer Zeit als Metallverarbeitung in der Norddeutschen Tiefebene noch unbekannt war. Während man nämlich um das Schwarze Meer zu dieser Zeit bereits von der »Kupferzeit«spricht, verbleiben weite Teile der Welt in der »Steinzeit«. Derartige Gegenstände waren daher ausgesprochen wertvoll und zirkulierten als Geschenke zwischen den Mächtigen.

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millionen jahre alte models

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Blick hinter die Kulissen

millionen jahre alte models

fotografin

Wir fragen Kerstin Schmidt
Seit 2013 als Fotografin am Landesmuseum tätig

Warum sind Sie Fotografin geworden?
Das war eine Mischung aus Interesse an Technik im Allgemeinen und der Fotografie im Speziellen. Ich hab schon als Kind alles auseinander gebaut, nur um heraus zu finden, wie es funktioniert. Dazu kam mein privates Interesse für Fotografie und der Wunsch mit Menschen zu arbeiten.

Wie sieht ein typischer Arbeitstag aus und was unterscheidet die Arbeit im Museum vom Fotostudio?
Einen wirklich »typischen« Museumstag gibt es eigentlich nicht. An einem Tag kann man schon mal eine Stunde auf das richtige Tiermotiv warten, ein Gemälde, eine hundert Jahre alte Münze, oder eine Dinofährte ablichten. Aktuell fotografiere ich für die kommende Sonderausstellung »Heikles Erbe«. Hierbei gibt es besonders viele empfindliche ethnologische Objekte. Wie im Fotostudio lichte ich natürlich auch Menschen ab, zum Beispiel bei Ausstellungseröffnungen und Familienfesten. Aber auf der Objektfotografie liegt schon ein Schwerpunkt. Dazu kommt, dass jede Abteilung und jedes Objekt seine Eigenheiten und speziellen Anforderungen hat. Das geht nur mit ganz viel Geduld, Umsicht und guter Teamarbeit. Meine »Models« sind in der Regel eben etwas älter als andere, da kommen gerne auch mal ein paar Millionen Jahre zusammen [grinst].

Vermissen Sie die analoge Fotografie?
Analoge als auch digitale Fotografie haben ihre Vor- und Nachteile. Wobei die analoge Fotografie in Qualität und Lichtstimmung meiner Meinung nach bisher kaum zu toppen ist, da schwingt aber auch etwas Nostalgie mit.

Haben Sie ein Lieblingsmotiv?
Eigentlich ist es gerade die Abwechslung, die mir am meisten Spaß macht und die Menge an Informationen zu den Objekten.

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von a wie aufbau bis z wie zuschnitt

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Blick hinter die Kulissen

von a wie aufbau bis z wie zuschnitt

tischlermeister

Wir fragen Raimund Scherhorn
Seit 2011 als Tischlermeister im Landesmuseum tätig

Was ist Ihre Aufgabe im Landesmuseum?
Kurz gesagt, bin ich für alle Belange rund um das Thema Holz sowie Arbeiten daran und damit zuständig. Genauer gesagt, erschaffe ich in Rücksprache mit Kuratoren und Restauratoren, Präsentationsmöglichkeiten für Kulturgüter der unterschiedlichsten Art. So rahme ich z.B. Gemälde neu ein, erstelle Vitrinen und Sockel, damit die unterschiedlichsten Objekte richtig präsentiert werden können oder baue für die Kulturvermittlung Medienstationen. Das Aufgabengebiet ist also mindestens so groß wie unser Haus und das Spektrum reicht von Holzrahmenbau, über Möbelherstellung und Ausstellungsbau bis hin zur Tätigkeit als Ausbilder, welcher ich als Tischlermeister in unserem Hause nachkomme.

Was unterscheidet den »normalen« Tischler vom Museumstischler?
Die fachliche Tätigkeit unterscheidet sich nicht. Der größte Unterschied liegt in erster Linie wohl an der Umgebung. Unsere Tischlerei ist ein kleiner, feiner Betrieb innerhalb des Landesmuseums. Somit ist unser einziger Kunde eben auch das Museum. Aber natürlich bauen wir auch Dinge, die ein »normaler« Tischler eher selten baut. Und Montagetätigkeiten finden hauptsächlich am selben Ort statt. Darüber hinaus sind die Unterschiede aber kleiner als man denkt.

Wie lange arbeitet man in der Regel am Aufbau einer Dauer- oder Sonderausstellung?
Das ist ganz pauschal nicht zu beantworten, unsere »normale« Sonderausstellung hat eine Grundfläche von ca. 800 qm, je nachdem wie die Ausstellungsarchitektur (Wände, Vitrinen, Einbauten, Licht, etc.) geplant ist, benötigt man für den Aufbau ca. 6 – 8 Wochen. Wenn allerdings der Zeitplan sehr eng gesteckt ist, muss eine Ausstellung auch mal in 4 Wochen fertig sein. In diesen Zeiten ist man also nahezu rund um die Uhr im Museum.

Blick hinter die Kulissen

vom kolibri bis zum wasserbüffel

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Blick hinter die Kulissen

vom kolibri bis zum wasserbüffel

zoologischer präparator naturkunde

Wir fragen Christophe Houlgatte
Seit 2001 als Zoologischer Präparator Naturkunde im Landesmuseum tätig

Was sind die Aufgaben eines zoologischen Präparators?
Meine Hauptaufgabe ist das Sammeln und Bewahren von biologischen Objekten. Wir haben eine riesige Sammlung von zoologischen Präparaten – vom Kolibri bis zum Wasserbüffel ist alles dabei. Darunter sind auch Stücke, die einen historischen Wert haben, da das betreffende Tier schon lange ausgestorben ist. Dementsprechend ist das Bewahren und Restaurieren von Sammlungspräparaten eine meiner wichtigsten Aufgaben. Ein weiterer Aspekt meiner Arbeit ist die Herstellung von Skeletten und Dermoplastiken. Bei letzterem geht es um die Präparation von Wirbeltieren – in der Regel von großen Säugetieren, Vögeln und Fischen. Der Begriff Präparat bezieht sich hingegen auf kleinere Tiere und Wirbellose. Bei Besuchern ist häufig noch vom »Ausstopfen« die Rede, ein Begriff aus den Anfängen der Tierpräparation, wo man tatsächlich noch Tierkörper mit Stroh ausgestopft hat. Da diese Methode jedoch seit Mitte des 19. Jahrhunderts nicht mehr angewandt wird, ist dieser Begriff heutzutage verpönt.

Wie wird man Präparator?
In Deutschland muss man die Berufsschule für Präparationstechnische Assistenten in Bochum absolvieren, um eine staatlich anerkannte Ausbildung zu erhalten. Dort werden die drei Hauptrichtungen unterrichtet: Biologie, Geologie, Medizin. Es gibt auch Museen die selber ausbilden. Diese Ausbildung ist dann zwar nicht staatlich anerkannt, wird aber von anderen Museen sehr gerne gesehen. In andere Länder ist der Beruf des Präparators hingegen eine handwerkliche Ausbildung.

Haben Sie ein Lieblingspräparat und was würden Sie gerne einmal präparieren?
Ich habe kein Lieblingspräparat, vielmehr schätze ich die unglaubliche Vielfalt meines Berufes. Ich hätte gerne einmal einen Dodo präpariert, einen etwa einen Meter großen, flugunfähigen Vogel, der ausschließlich auf ein paar Inseln verbreitet war. Aber diese Tiere hat der Mensch leider schon gegen Ende des 17. Jahrhunderts ausgerottet.

Blick hinter die Kulissen

erforschen von kulturen und völkern

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erforschen von kulturen und völkern

kurator der ethnologie

Wir fragen Dr. Alexis von Poser
Seit 2014 als Kurator der Ethnologie im Landesmuseum tätig

Was ist Ihre Aufgabe im Landesmuseum Hannover?
Ich betreue die ethnologische Sammlungen des Landesmuseums. Zu meinen Aufgaben gehören die Erforschung der Sammlungsobjekte und die Entwicklung von Ausstellungen, um die Forschungsergebnisse der Öffentlichkeit zu präsentieren. Zu den besonders schönen Aufgaben zählt die Zusammenarbeit mit Vertretern der Herkunftskulturen unserer Objekte. Gemeinsam planen wir Projekte und lernen hierbei viel voneinander.

In welchem Land haben Sie geforscht und wo würde Sie gerne nochmal hinreisen?
Ich habe für anderthalb Jahre in Papua-Neuguinea in einem kleinen Dorf gelebt und zusammen mit den Menschen dort ihre äußerst komplexe Weltsicht aufgezeichnet. Sie sprechen dort eine der über 700 Sprachen, die im Ostteil dieser Insel – der zweitgrößten der Erde – verwendet werden. Dort würde ich auch gerne bald einmal wieder hin, um zu sehen, was sich inzwischen verändert hat.

Haben Sie ein Lieblingsobjekt in der Schausammlung?
Viele der Stücke, die ich in die Dauerausstellung genommen habe, sind mir ans Herz gewachsen. Doch die chinesische Schreibmaschine ist ein ganz besonderes Objekt. Sie hat aufgrund der großen Zeichenmenge nur einen einzigen Arm, mit dem man das jeweils benötigte Zeichen auswählt. So etwas ist sehr selten gesammelt worden.

Der Lieferumfang dieser Schreibmaschine umfasst über 3000 Lettern, aus denen mit nur einem Hebelarm die jeweils benötigte ausgewählt wird. Mit Übung lässt sich eine Geschwindigkeit von 15 Zeichen pro Minute erreichen. Da jedes Zeichen für eine bedeutungstragende Silbe oder ein ganzes Wort steht, ist dies beinahe ebenso schnell wie das Tippen eines Textes in einer europäischen Sprache auf einer in Europa üblichen Schreibmaschine.

Der Lieferumfang dieser Schreibmaschine umfasst über 3000 Lettern, aus denen mit nur einem Hebelarm die jeweils benötigte ausgewählt wird. Mit Übung lässt sich eine Geschwindigkeit von 15 Zeichen pro Minute erreichen. Da jedes Zeichen für eine bedeutungstragende Silbe oder ein ganzes Wort steht, ist dies beinahe ebenso schnell wie das Tippen eines Textes in einer europäischen Sprache auf einer in Europa üblichen Schreibmaschine.

Wie ist es zu dem Ausstellungstitel »Heikles Erbe« gekommen?
In allen völkerkundlichen Sammlungen finden sich Objekte aus der Kolonialzeit. Bei der Erforschung der jeweiligen Erwerbskontexte stoßen wir auch auf problematische Geschichten und Ungerechtigkeiten – insofern stellen sie ein heikles Erbe dar, mit dem wir uns befassen müssen.

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von tierfutter bis modersohn

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von tierfutter bis modersohn

verwaltungsangestellter

Wir fragen Joachim Rodaebel
Seit 2008 als Verwaltungsangestellter im Landesmuseum tätig

Was sind Ihre Aufgaben in der Verwaltung?
Im Grunde sind die Aufgaben breit gefächert, weil unsere Museumsverwaltung nur aus drei Personen besteht und da kann jeder auch die Arbeiten der anderen Beiden übernehmen. Meine Hauptaufgabe ist aber das elektronische Buchen aller Rechnungen die ins Museum flattern: Angefangen bei Büromaterial, über die monatlichen Stromrechnungen, bis zum Tierfutter. Quasi alles, wodurch das Museum als solches in Betrieb gehalten wird. Allerdings gebe ich nicht nur das ganze Geld aus, sondern verbuche auch die Einnahmen. Des Weiteren erstelle ich Zuwendungsbestätigungen für den Fall, dass uns jemand Geld oder Sachmittel spendet.

Was wird einem Museum gespendet?
Entweder spenden die Besucher Geld, welches speziell für den Bau von Ausstellungen verwendet oder als Zuschuss für den Kauf eines Objektes benutzt werden soll. Alternativ werden uns aber auch besondere Exponate (Sachmittel) für die unterschiedlichen Sammlungen geschenkt.

Ist der Verwaltungsjob im Museum anders?
Ich würde sagen ja. Meine Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten habe ich in einer Gemeindeverwaltung absolviert, und die jetzige Tätigkeit in einer Kultureinrichtung (wo z.B. die Ausstellungen ständig wechseln) hat mit einer klassischen Verwaltung oder eben einer Behörde nicht mehr direkt etwas zu tun.

Haben Sie ein Lieblingsexponat?
Auf Grund der Vielfalt des Museums fällt mir das nicht leicht, allerdings zählen die »Moorlandschaft« von Otto Modersohn und die »Piazza Navona in Rom« von Giovanni Paolo Panini dann schon am ehesten zu meinen Favoriten.

 

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kunstvoll feiern

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kunstvoll feiern

marketing + eventmanagement

Wir fragen Nicola Kleinecke
Seit 2010 als Eventmanagerin im Landesmuseum tätig

Was macht eine Eventmanagerin im Museum?
Im Grunde rücke ich das Museum in ein anderes Licht und mache aus Besuchern Gäste: Aus meiner Perspektive ist das Museum nicht nur eine Kultureinrichtung, sondern darüber hinaus ein einzigartiger Veranstaltungsort mit Eigenleben. Wir ermöglichen interessierten Veranstaltern ihre ganz besonderen Weihnachtsfeiern, Hochzeiten, Tagungen oder Empfänge zu verwirklichen. Gleichzeitig kümmere ich mich aber auch um die Organisation großer Museumsfeste wie die »Nacht der Museen«, das HalloweenFest oder den Poetry Slam. Dabei ist jede Veranstaltung einzigartig und spannend – allein deshalb, weil ein altes, schönes Gebäude unerwartete Überraschungen bergen kann.

Für welches Objekt aus dem WeltenMuseum würden Sie gerne eine Marketing Kampagne starten?
Die Sammlungen des Museums beherbergen so viele unterschiedliche beeindruckende und aussagekräftige Werke und Objekte – da ist eine Entscheidung fast unmöglich. Zudem macht es noch viel mehr Spaß, den Perspektivreichtum des WeltenMuseums aufzugreifen und sich mit Ideen und Strategien in unterschiedlichen Bereichen auszutoben – langweilig wird es da nie. Andersherum lässt sich z. B. an dem Ingelrii-Schwert aus dem 11. Jh. gut zeigen, wie alt die Idee von Markenbildung und dem damit verbundenem Marketing ist.

Was bereitet Ihnen mehr Spaß: Marketing oder Eventmanagement?
Das sind zwei sehr unterschiedliche Tätigkeiten; zum einen habe ich in erster Linie das wunderschöne Gebäude und die Vorstellungen der Gäste im Blick, auf der anderen Seite die manchmal abstrakten Inhalte der facettenreichen Ausstellungen. Und doch bergen beide Bereiche die Möglichkeit, Ideen in ästhetisch ansprechende und eindrückliche Formen zu übersetzen – und das macht mir in beiden Fällen sehr viel Spaß!

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weiß, weißer, bunt

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weiß, weißer, bunt

hausarbeiter

Wir fragen Daniel Alberti
Seit 2014 als Hausarbeiter im Landesmuseum tätig

Was sind Ihre Aufgaben in der Hauswirtschaft?
Spontan fällt mir dazu ein: »Mädchen für Alles«! Meine Aufgabe ist es, zusammen mit meinen Kollegen hinter den Kulissen den Museumsbetrieb aufrecht zu erhalten. Dazu gehört unter anderem die Instandhaltung des über 100 Jahre alten Museumsgebäudes und die Pflege unserer Außenanlagen. Genauso kümmern wir uns um die Vorbereitung von Events, also die Bestuhlung für Vorträge und Ausstellungseröffnungen bereitstellen, eine Bühne für Konzerte oder Tische für Veranstaltungen aufbauen. Aber ich unterstütze auch beim Auf- und Abbau von Ausstellungen. Gelernt habe ich ursprünglich Maler und Lackierer. Damit bin ich also Ansprechpartner, wenn es darum geht, einen Raum oder eine Tür neu zu streichen.

Gibt es Unterschiede im Rahmen der Museumsarbeit?
Die Aufgaben des Ausstellungsmalers sind generell schon anders und teilweise wesentlich aufwendiger. Das fängt an beim Abdecken und Schützen der kostbaren Objekte. Manchmal dauert das sogar länger als das eigentliche Streichen oder Lackieren. Dann geht es weiter mit der richtigen Auswahl der Lacke und Farben. Bei den unterschiedlichen Materialien der Aus-stellungsstücke ist es sehr wichtig zu beachten, dass spezielle Grenzwerte eingehalten werden. Wird zum Beispiel ein Sockel lackiert, muss dieser danach 30 Tage lang »ausgasen«, bevor er mit einem Exponat bestückt werden darf.

Haben Sie einen Lieblingsbereich oder ein Lieblingsexponat im Museum?
Mein Lieblingsort ist der Mittelalterbereich der KunstWelten mit den großen Altarretabeln, etwa von Meister Bertram. Aber auch die Figuren von Tilman Riemenschneider finde ich faszinierend. Was diese Künstler mit den eingeschränkten Mitteln ihrer Zeit bereits für Meisterwerke geschaffen haben, finde ich absolut bemerkenswert.