Globus

aktuelle forschungsprojekte

Neben dem Sammeln, Bewahren und Vermitteln ist auch das Forschen eine zentrale Aufgabe des Landesmuseums Hannover. Durch die interdisziplinäre Forschung wird aus den umfangreichen Sammlungen in den Bereichen Naturkunde, Ethnologie, Archäologie und Kunst eine wissenschaftliche Grundlage für Ausstellungen geschaffen. Im Rahmen von Vorträgen, Kursen, Publikationen und museumspädagogischen Angeboten wird das Wissen öffentlich zugänglich gemacht. Durch Konservierung und Restaurierung kann das kulturelle Erbe, unter dem sich äußerst fragile Exponate befinden, in Ausstellungen präsentiert werden. Die Objekte werden vor dem Verfall geschützt und für kommende Generationen bewahrt.

Zum kostbarsten Besitz der renommierten Mittelaltersammlung des Landesmuseums Hannover zählt ein Hauptwerk der Internationalen Gotik um 1400, die sogenannte Goldene Tafel, das einstige Hochaltarretabel der Benediktinerklosterkirche St. Michaelis zu Lüneburg. Das Landesmuseum bewahrt die beiden Flügelpaare dieses großen Altaraufsatzes, die erhaltenen Teile des Kirchenschatzes aus dem einstigen Schrein finden sich heute im Museum August Kestner.

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Nach mehrjähriger Vorarbeit ist es endlich soweit: Dank einer Förderung durch die VolkswagenStiftung können nun die außereuropäischen Sammlungen Niedersachsens umfassend erforscht werden. Unter der Ägide des Landesmuseums Hannover werden in den nächsten drei Jahren die eigenen Bestände sowie die ethnografischen Sammlungen in Göttingen (Georg-August-Universität), Oldenburg (Landesmuseum Natur und Mensch), Hildesheim (Roemer- und Pelizaeus-Museum) und Braunschweig (Städtisches Museum) unter die Lupe genommen. Das Verbundforschungsprojekt »Provenienzforschung in außereuropäischen Sammlungen und der Ethnologie in Niedersachsen« untersucht die Genese dieser Sammlungen in der Kolonialzeit und erschließt damit ein im deutschsprachigen Raum noch weitgehend unbearbeitetes Gebiet. Ausgehend von Objekten aus akademischen und musealen ethnologischen Sammlungen von hoher wissenschaftlicher und kulturhistorischer Relevanz in Niedersachsen soll der Frage nachgegangen werden, wie Ethnographica in der Kolonialzeit sowie in den Jahrzehnten unmittelbar davor und danach im Rahmen welcher rechtlicher, sozialer, politischer, wirtschaftlicher und wissenschaftspolitischer Bedingungen ihre Wege nach Europa fanden. Ebenso ist zu fragen, welche Wirkung diese Objekte in Europa entfalteten – sei es, dass sie zur Legitimation kolonialer Herrschaft beitrugen, ethnologisches oder auch kunstgeschichtliches Wissen verbreiteten, primär von ökonomischer Bedeutung waren oder etwa in »Völkerschauen« der Unterhaltung dienten.

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Provenienzforschung ist eine historische Teildisziplin, die sich der Erforschung der Herkunft (Provenienz) von Kunst-, Kultur- und Archivgütern widmet und im Bereich der Kunstgeschichte u.a. zur Echtheitsbestätigung von Kunstwerken herangezogen wird. In diesem klassischen Sinn wurden Provenienzrecherchen auch stets am Landesmuseum (früher: Provinzialmuseum), z. B. für die wissenschaftliche Bearbeitung und Veröffentlichung der eigenen Sammlungsbestände, durchgeführt.

In den vergangenen Jahren haben Fragen der Museumsethik auf nationaler und internationaler Ebene stetig an Bedeutung gewonnen. Nationen, Bevölkerungs- und Personengruppen sowie Einzelpersonen erheben verstärkt Anspruch auf die Rückgabe von Kultur- oder Naturerbe, das sie durch verfolgungsbedingten Entzug, durch Raub oder Beutenahme in Kriegen oder bewaffneten Konflikten, durch Folgen der Kolonisation oder durch illegalen Handel verloren haben.

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Mit seinen vielfältigen Grabbauten aus Lehmziegeln und lokalem Muschelkalkstein liefert der Friedhof am Rand der Wüste einen einmaligen Blick auf eine Bestattungskultur zwischen Orient und Okzident. Schon die ersten Gräber, die um 300 v. Chr. entstanden, zeigen den Einfluß der neuen griechischen Herrscher am Nil. Nach der Eroberung Ägyptens durch Alexander d. Gr. und der Gründung der neuen Hauptstadt Alexandria veränderte sich die kulturelle Identität auch im 500 km südlich gelegenen Niltal. Ein weiterer Einschnitt erfolgte um die Zeitenwende, als die Römer das Land in Besitz nahmen.

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