Globus

der friedhof von tuna el-gebel

in mittelägypten

Mit seinen vielfältigen Grabbauten aus Lehmziegeln und lokalem Muschelkalkstein liefert der Friedhof am Rand der Wüste einen einmaligen Blick auf eine Bestattungskultur zwischen Orient und Okzident. Schon die ersten Gräber, die um 300 v. Chr. entstanden, zeigen den Einfluß der neuen griechischen Herrscher am Nil. Nach der Eroberung Ägyptens durch Alexander d. Gr. und der Gründung der neuen Hauptstadt Alexandria veränderte sich die kulturelle Identität auch im 500 km südlich gelegenen Niltal. Ein weiterer Einschnitt erfolgte um die Zeitenwende, als die Römer das Land in Besitz nahmen.

Als Ergebnis einer geophysikalischen Prospektion eines seit 2004 geförderten DFG-Projektes handelt es sich um den größten bekannten Friedhof dieser Epoche in Ägypten, von dem erst ca. 10 % der Fläche ausgegraben wurden. Seit 2018 werden wieder Grabungen in diesem Areal unter der Leitung von Katja Lembke durchgeführt. Ziel ist es, vertiefte Informationen über den Totenkult zu erhalten, der für die Ägypter eine große Bedeutung besaß, sicherte eine »schöne Bestattung« doch das Weiterleben nach dem Tod. Kaum an einem anderen Platz Ägyptens läßt sich die Veränderung in der kulturellen Identität von der dynastischen Zeit vor Alexander d. Gr. bis in die römische Kaiserzeit so gut nachvollziehen.

2012 wurden zudem infolge des »Arabischen Frühlings« in Kooperation mit der Minya University und der HAWK Hildesheim (Prof. Dr. Nicole Riedl) eine »field school« für Restauratoren initiiert, die zunächst vom DAAD, seit 2015 von der VolkswagenStiftung finanziert wurde.

 

Die Ergebnisse der Erforschung des Friedhofs von Tuna el-Gebel werden regelmäßig auf der Homepage tuna-necropolis.org aktualisiert.